Bericht zum Jahresausflug der MF-Megesheim vom 9. bis zum 16.Juni 2007, nach "Pec Pod Snezkou",
genauer gesagt ins Riesengebirge nach Tschechien, am Fusse der Schnekoppe (Snezka):

Wie sich bereits im Vorfeld herauskristallisierte, teilte sich die Meute von 15 Maschinen am Abreisetag
in zwei Gruppen auf: Die erste Gruppe wollte um 7.30 Uhr an der Werkstatt Friedel und Kriegler abfahren.
Da wurde es aber dann auch kurz vor 8.00 Uhr. In der ersten Gruppe fuhren Andi W., Harald, Jochen,
Lothar, Rudi, Stinki (Rainer), Thomas und Uwe mit. Da unsere beiden Tourguides an dieser Tour verhindert
waren, übernahmen die Streckenplanung kurzerhand Andi und unser Gastfahrer und vielbereister (Busfahrer)
Uwe. Uwe diktierte dann auch, mit seiner Virago vorausfahrend, das Reisetempo und die Tankstopps.
Mit so einem kleinen Tankfässchen sind halt nicht mehr als 120 - 150 Km Etappen drin.
 
Da Franz und Andi G. in der Früh noch mit vierrädrigen, bzw. vierbeinigen Dingen zu tun hatten (der eine
musste noch einen Ölwechsel machen und der andere seine Eber absamen!!), setzte sich die zweite Gruppe
erst um ca. 8.50 in Bewegung Richtung Tschechien. In der zweiten Gruppe fuhren Andi G., Anton, Franz,
Josef, Michael, Peter und Robert. Auch in dieser Gruppe, die von Peter angeführt wurde, wählte man den
Weg Richtung Autobahn-Auffahrt Schwabach, um dann über Nürnberg auf der A9 Richtung Berlin,
zur Ausfahrt Bayreuth-Nord zu gelangen. Der Tipp von unserem Tourguide Bernd, die Autobahn an dieser
Stelle zu verlassen und die Landstrasse über Mengersreuth und Warmensteinach, nach Fichtelberg und
schliesslich nach Marktredwitz zu nehmen, war nach den zurückliegenden Autobahnkilometern goldrichtig.
Leider reichte der Sprit nicht ganz bis nach Tschechien, so dass wir noch in Deutschland teuren Sprit
nachfassen mussten. Dabei wurde dann auch gleich Brotzeit und Mittag gemacht.
Nach dem Grenzübergang bei Schirnding, fuhren wir nur noch per Landstrasse über Karlovy-Vary (Karlsbad)
auf der 6'er, übergehend in die 16'er, bis Trutnov Richtung Riesengebirge. Bei manchem Sportler wirkte sich
das harte Fahrwerk aufgrund der teilweise sehr schlechten Strassenverhältnisse, mit direkter Wirkung auf die
männlichen Juwelen aus. Sicherlich hat da so mancher mal kurz auf die Zähne beissen müssen,-
mir gings auf jeden Fall mehrmals so. Als wir uns dann so ca. 8 Km vor unserem Ziel befanden,
durfte ich als Wachmacher noch den allseits bekannten Ausweichhaken praktizieren, den wir Gott sei Dank
jedes Frühjahr in unserem internen Sicherheitstraining wiederholen. Dort wäre nämlich für mich beinahe die
Reise zu Ende gewesen, als so ca. 100m vor mir ein PKW aprupt zum Überholen auf unsere Fahrbahn
ausscherte. Das die nachfolgende Gruppe versetzt und in entsprechendem Abstand folgte, bewährte sich
hier ein weiteres Mal. Mit diesem Schrecken in den Knochen, kamen wir dann so gegen 16.00 Uhr,
nach 560 gefahrenen Km an unserem Ziel, dem Hotel Horizont an.
Die 1. Gruppe stand schon an der Hotelbar und genehmigte sich gerade das 1. bzw. 2. kühle Blonde.
So ging der 1. Tag dann auch zu Ende, denn wir mussten wir uns ja erst mal orientieren;-)
 
Am 2. Tag machten wir uns alle zu Fuss in Richtung Seilbahn zur Schneekoppe auf. Da der Betreiber der
Seilbahn ein recht komisches Zeitsystem hatte, wann die Bahn fährt oder wann nicht, entschloss sich eine
kleinere Gruppe den Fussmarsch auf diesen Berg anzutreten. Bis auf 2 (Thomas und Peter wollten nicht
nass werden) waren dann auch alle am Gipfel der Schneekoppe und wurden während des Aufstiegs, bzw.
schon am Gipfel angekommen, von einem Gewitter überrascht. Einige verließen dann fluchtartig den Ort
des Geschehens, während sich sich andere dem Biervorrat des Hüttenwirtes widmeten und auf besseres
Wetter warteten. Zweiteres erwies sich als richtig und vor allem Stressfreier, - der Wirt hatte auf jeden Fall
danach kein Bier mehr.
 Thomas und Peter, denen das Wetter schon beim Aufstieg nicht geheuer war, widmeten sich zu dieser Zeit
schon der Hotelsauna und dem Wellnessbereich ;-)
 
Wir merkten schnell, dass hier im Riesengebirges im Juni nicht so viel los war, wie wir uns das gerne erhofft
hätten. Dies bestätigte uns auch der Barkeeper im "Club 18",- unserer Hotelbar im 18. Stock. Diverse Ausflüge
unserer "Jugend", in weiter entfernte Discos und andere Schuppen, blieben somit natürlich auch nicht aus.
Grundsätzlich findet man aber in Pec selbst auch einige Kneipen, die ganzjährig geöffnet sind.
Bei durchschnittlichen Bierpreisen von umgerechnet ca. 1,10 - 1,40 pro Halbe Pilsener Urquell oder Budweiser,
ist Bier das allgemein günstigste Getränk. Die neu eröffnete Bowlingbar, gleich unterhalb unseres Hotels wurde
natürlich auch an zwei Abenden in Beschlag genommen. Als absoluter "Bowling-Gott" erwies sich unser
Lothar, der die traumhafte Punktzahl von 199 erreichte.
Zum  Abschluss fast jeden Abends traf man sich im 18. Stock unseres Hotels zu diversen Cocktails.
Mit durchschnittlichen Cocktailpreisen von ca. 4 Euro konnte man sich diese auch leisten,-
ich sag nur 3 x Voodoo bitte!

Da Jochens Geburtstag ja mit dem 11.06 direkt in unsere Tour-Woche fiel, wollten wir ihm eine Überraschung
machen. Als wir den Barkeeper deswegen nach einer Stripperin fragten, hat der das wohl etwas falsch
verstanden, denn er meinte darauf: "unsere Frauen puffen nicht". Nach dem 2. Versuch hat er es dann zwar
kapiert (glauben wir), aber hergebracht hat er letztendlich doch keine!

Ach so, - Motorrad sind wir ja auch noch gefahren: Da unser Leih-Tourguide Uwe die Gegend ja quasi wie
seine Westentasche kennt, hat er uns das angrenzende Polen, Prag, die Spindlermühle und diverse andere
Touri-Hochburgen gezeigt. In seinem richtigen Leben ist er ja seines Zeichens Busfahrer und geborener
Thüringer. Wenn er dann auch um 10.00 Uhr aus den Federn kommt, nachdem er am Vorabend verkündet:
"um 8.00 Uhr ist Frühstück", sind wir teilweise auch zeitig weggekommen. Da auf den Nebenstrassen in
Tschechien jedoch nur bedingter Fahrgenuss, wegen des teilweise sehr schlechten Fahrbahnzustandes
möglich ist, sind wir meist auf die in der Karte grösser eingezeichneten Verkehrswege ausgewichen.

Dass bei 15 Maschinen auch immer mal was vorkommen kann, wenn man eine ganze Woche unterwegs ist,
hatten wir ja auch schon in der Vergangenheit. Auf dieser Tour ereilte Josefs VFR der Stromtod! Der Fehler
war dann auch, durch eine Batterie-Organspende von Tonis VFR mit anschließender Überbrückaktion, relativ
schnell gefunden: Der böse Regler wars,- eine kleine Honda-Krankheit bei diversen Modellen. In Tonis
Maschine, schon seit längerem mit neuem Regler ausgestattet, wurde Sepp's Batterie einwandfrei geladen.
Also musste schnellstens ein neuer Regler her. An dieser Stelle ist ein Lob an den ADAC, sowie an Sepp's
Honda-Händler Fritz Wengert angebracht, die es in der Rekordzeit von nicht mal 24 Stunden schafften, einen
neuen Regler aus Deutschland direkt an unser Hotel zu liefern. Diese Variante mussten wir wählen, da der
Regler von Honda-Tschechien, mit 277 Euro plus Märchensteuer und Versand, doch etwas zu teuer war.
Trotzdem hatten wir unseren Spass, als ich der Honda-Hotline in Prag in englischer Sprache klarmachen
durfte, was wir für ein Ersatzteil brauchen. Der Techniker am anderen Ende konnte kein deutsch und nur ein
wenig englisch.

Als der Regler dann ankam und von Franz und Peter eingebaut war, ging es auch unserem Sepp wieder
spürbar besser. Er hatte zwar für eine Tour die aktuelle VFR von Thomas austesten dürfen, jedoch war er
natürlich immer in Gedanken bei seiner Maschine, die defekt vor dem Hotel stand.

Die zweite Maschine die etwas rumzickte, war die italienische Diva "Aprilia RSV" von Harry. Die Kupplung
lies sich partout nicht mehr betätigen, da sich wohl etwas Luft im System befand. Vielleicht wars auch
Wasser, vom vielen Waschen ;-). Der freundliche Ducati-Händler in Prag brachte schließlich Abhilfe und
entlüftete das Teil fachmännisch und umsonst!!

Für den letzten Abend vor der Abreise, lud uns Boris, der Wirt eines kleinen Gewölbekellers, nochmals zu
sich auf einen Umtrunk ein. Da einige sich dies nicht schon wieder antun wollten, gell Thomas
(Zitat: "Wenn do nur gsoffa wird, fahr i am Mittwoch mit'm Toni hoim"), wählte die Hälfte einen gemütlichen
Bowlingabend als Abschluss.

Am Samstag früh wollte die erste Gruppe um 7.30 Uhr die Heimreise antreten.
Als jedoch Franzl um ca. 8.15 vor des Hotel ging, um sein Mopped reisefertig zu machen und noch eine zu
rauchen, standen die Jungs immer noch da. Franz meinte dann nur etwas süffisant: "fahrt ihr auch mit der
zweiten Gruppe?". An dieser leichten Verzögerung waren Uwes Augendeckel schuld, die leider nach dem
Frühstück nochmal zugefallen waren. Auf jeden Fall wollte er die verlorene Zeit wieder wettmachen, in dem er
dann sein Gepäck ganz schnell auf's Moped schnallte. Dabei wollte aber der verdammte Rucksack nie
zubleiben. Jedes Mal wenn Uwe aufstieg und sich setzte, sprang der Verschluss des Rucksacks wieder auf.
Die anderen beobachteten dann, schwitzend in ihren Regenkombis, wie Uwe das zu viel wurde. Als es endlich
losging, war der erste Stop nach 4 km angesagt,- Uwe's Rucksack! Bei einem weiteren Versuch den Rucksack
nun endgültig zu zähmen, kam auch noch die gute Brille unter die Räder. Ma soll halt net hudla!
Naja, wir machten uns dann auch so gegen 8.40 auf den Weg. Da der Wetterbericht nichts Gutes vorhersagte
und in der Gegend auch sehr schwere Wolken hingen, wählten beide Gruppen den direkten Weg, Richtung
Autobahn und dann direkt über diese nach Prag und Pilsen zur deutschen Grenze bei Waidhaus. Zur
Autobahnfahrt wäre noch zu erwähnen, dass die Polizei in Tschechien doch sehr kulant (oder einfach zu
langsam) ist. Alles in allem hatten wir keinerlei Probleme mit den einheimischen Ordnungshütern. Im Vorfeld
kursierten da ja doch die tollsten Geschichten.

Gruppe 1. nam dann auch in Deutschland den direkten Weg über die Autobahn nach Nürnberg/Schwabach
und war so ca. um 14.50 Uhr in Megesheim beim Trollmann. Gruppe 2. wählte nach kurzer Besprechung die
Autobahn Richtung Regensburg, um noch über Schwandorf, Burglengenfeld, Parsdorf, Dietfurt und schließlich
das Altmühltal, ein paar Landstrassenkilometer zu fressen.
In Beilngries hatten wir dann noch Glück, als wir bei einer Tankpause von einem Gewitter mit Hagelsturm
überrascht wurden. Da warteten wir dann doch lieber in der Tankstelle die 20 Min. bis das Unwetter vorüber
war.Schließlich trafen wir dann auch so gegen 15.50 Uhr beim Trollmann ein und genehmigten uns noch
einen "kleinen Imbiss".

Mein Fazit der Tschechien - Tour:
Strassen: Für Sportmotorräder mäßig bis saumäßig,- Kindergeldmordend!
Essen: Fast wie zu Hause, - böhmische Knödel und Schweinebraten auf jeder Speisekarte zu finden
Land und Leute: Grundsätzlich aufgeschlossene und freundliche Menschen
Hotel: Aussen Pfui, innen Hui. Von aussen hinterlässt das Hotel, das wohl Anfang der 70'er gebaut wurde,
einen teils kümmerlichen ersten Eindruck. Die Hotelzimmer jedoch waren Top in Ordnung, die Verpflegung
(Halbpension) war auch super.
Gegend: Für Wanderer, Mountainbiker oder Wintersportler interessanter als für Motorradfahrer.

Letztendlich ist es aber auch wieder ein toller Ausflug, vor allem mit einem Haufen fähiger Leute gewesen.

Hier wie immer, die: Beweisbilder! (Fotos: Jochen und Michael)

Scouts und Tourbericht: Andi Wolfinger, Uwe Junghans und Peter Quecke