"MFM: 2- Tages Herbstausflug nach Westendorf, auf die Alpenrose.
Abfahrt Samstag 6.10. um 9.00 Uhr, Am Kiesel Süd.
Bitte zurückrufen, wer mitfährt. MfG, QuPe"


So stand es in der SMS, die am Mittwoch vor dem Herbstausflug verschickt wurde.
Der Termin dieses Ausflugs war ja schon länger gesetzt, jedoch wollten wir sicher sein,
dass wir auch schönes Wetter haben-, deswegen die kurzfristige Planung.

Als am Samstag dann unser Franzl um 8.47 Uhr in den "Kiesel Süd" einbog,
war ich noch gemütlich am Frühstücken. Ich wollte ja ursprünglich nicht mitfahren-,
die Betonung liegt auf "wollte".
"Die Arbeit zu Hause läuft dir nicht davon", sprach Toni und auch meine bessere Hälfte Marianne meinte:
" was du fährst gar nicht mit?"
Also-, kein schlechtes Gewissen mehr und rauf auf's Mopped-, Richtung Alpen.

Wie zu erwarten war, "durfte" ich dann auch als Scout vorneweg fahren ;-)
Toni: "fahr nur du vorne-, kennsch di eh besser aus und hosch mehr Routine"!
Mit kleinen Kindern macht man das ähnlich, wenn man sie von was überzeugen will.
Danke Toni, für diese erzieherische Maßnahme!

Um 9.30 Uhr ging es dann also los, mit Djura, Stinki, Toni und Franz hinter mir, in Richtung Augsburg -
Landsberg - Schongau.
Als Djura dann auf der offenen B17 nach Augsburg merkte, das seine K1200RS auch ein bisschen mehr kann
als 140km/h, kam er gar nicht mehr runter von der linken Spur. Also flugs mal am Scout vorbei (1. Mal) und
entdecken was das Mopped so drauf hat. Was sollen denn diese komischen Verkehrszeichen, mit den
schwarzen Zahlen und der roten Einfassung, die da immer am Strassenrand stehen?
Naja, auf jeden Fall kann man durch Lager Lechfeld mit 100km/h durchfahren-,
muss man aber nicht, gell Djura!
In Höhe Kaufering, als wir dann Djura wieder eingefangen hatten, drängte sich neben der dicken BMW
eine schlanke rote SV650 mit Ansbacher Nummer.
Das Strampelhöschchen und den Helm kennst du doch, dachte ich mir. Aber Djura wusste nicht so recht,
wer ihn da an der Ampel von der Seite angesprochen hatte.

Es war unser Clubmitglied Harry, der schon seit 6.30 Uhr (bei 3) unterwegs war zum Auto ankucken
(für den Schwiegertiger).Die rote SV der Gattin müsste auch mal bewegt werden, damit sie (das Mopped)
beruhigt den Winterschlaf antreten könnte, meinte er auf die Frage warum er denn nicht mit seiner RSV
unterwegs sei. Am Parkplatz vor der Lechtalbrücke in Schongau machten wir wieder traditionell Halt zur
Brotzeit und Harry verabschiedete sich Richtung Füssen.
Wir fuhren dann weiter Richtung Garmisch und über Wallgau die Mautstraße (3 Euro pro Mopped)
am Sylvensteinspeicher vorbei, bis zum nächsten Zwischenstopp am Aussichtspunkt des Achensee.
Das Wetter, dass bei der Abfahrt sehr schön war, nahm zwar rund um Landsberg eine kurze Auszeit
und zeigte sich von der trüben Seite, aber als wir das Lechtal hinter uns hatten waren wir von stetigem
Sonnenschein begleitet. Das nutzten auch sehr viele Gleitschirmflieger, die sich vom Seespitz aus,
über dem Achensee, in der Thermik hochschraubten. Auf dem Achensee selbst bestaunten wir einige
Kite-Surfer, die die Elemente bestens zu nutzen wussten und ihr Sportgerät in teils waghalsigen
Wendemanövern, mit akrobatischen Lufteinlagen, gegen den Wind stemmten.

Siehe auch externer Link zum Thema: Kitesurfen am Achensee.

Mit diesen Eindrücken im Gepäck gings weiter, die Serpentinen-Abfahrt vom Achensee Richtung Wiesing
runter. Hab da auch noch kurz unseren Motorradkeller- Nachbar, mit seinem M6-Bus überholt ;-)
Die 171'ger über Brixlegg und Kundl Richtung Wörgl hoch, ist ja für Motorradfahrer nicht gerade der Brüller,
so daß ich auf der Karte nach einer geeigneten und "anspruchsvolleren" Ausweichstrecke suchte.
Da war doch so ein kleiner, in weißer Farbe eingezeichneter Abzweig, mitten in Kundl rechts den Ort hoch.
Diese Route entpuppte sich zuerst als schmale geteerte Passstraße und ging dann in einen Schotterweg über.
Trotzdem wir alle mit Strassenmaschinen unterwegs waren, konnte dieser Streckenabschnitt durchaus als im
2. Gang fahrbar abgehakt werden.
So erfuhren wir z.B. auch, daß es in Kundl eine Klamm und ein Bergwerksmuseum gab und konnten nach der
Schotterpassage die Strässchen quer durch die Wildschönau geniessen. Über Thierbach, Ober- und Niederau
gibts da dann eine direkte Verbindung nach Hopfgarten, so dass man Wörgl komplett links liegen lässt.

Westendorf-, unser Ziel, erreichten wir dann so gegen 15.30 Uhr. Nach einer kurzen Stärkung am Maierhof,
wo wir auch unsere Maschinen unterstellen durften, nahmen wir den Aufstieg zur Alpenrosehütte in Angriff.
Wir entschieden uns für den Aufstieg über den Kiesweg, da wir mit unseren Motorradstiefeln nicht die
Alternativstrecke quer übers Minenfeld (beweidete Grashänge) nehmen wollten.
Der Aufstieg vom Meierhof zur Hütte ist tatsächlich in 45min zu schaffen-, allerdings nur mit erheblichem
Flüssigkeitsverlust. Naja, bis Djura, Franz und Toni eingetroffen waren, hatten Stinki und ich diesen auch schon
wieder sehr gut kompensiert und auch die 3 Nachzügler wurden bereits mit einem frisch gezapftem begrüsst.

Der Hüttenabend begann also so gegen 17.45 Uhr und endete zwischen 23.00 und 2.00 Uhr!
Nach wie immer sehr gutem Essen, diesmal gabs Wiener Schnitzel mit Vierkantnudeln, begann das im letzten
Jahr von mir erfundene Digitalkamera-Rundenpoker.
Wer's nachmachen will:
Man benötigt eine Digitalkamera mit Selbstauslösefunktion, eine Lampe über dem Tisch (als
Aufhängemöglichkeit) , sowie natürlich eine gesellige Runde mit einigermaßen dicken Geldbeuteln.
Anwendung: Die Digitalkamera wird mit der Trageschlaufe zentral an die Lampe über dem Tisch gehängt.
(rustikale Beleuchtungen mit verschnörkelten, schmiedeeiserenen Aufhängemöglichkeiten sind hier bevorzugt
einsetzbar) Nun stellt man die Aufnahmefunktion Selbstauslöser ein und wickelt die Kamera ca. 10 x ,
so daß die Trageschlaufe entsprechend verzwirbelt ist. Jetzt betätigt man den Auslöser und lässt die Kamera
los. Wenn's dann blitzt, sieht man den Spender der nächsten Runde im Kameradisplay (mein Schnapsfavorit
auf der Alpenrose: Marille). Der Spender darf dann natürlich das nächste Mal den Auslöser betätigen.
Da die Kameraschlaufe von jedem unterschiedlich "gespannt" wird und auch die Wartezeit nach dem Betätigen
des Auslösers, vor dem Loslassen unterschiedlich ist, erwischt es erstaunlicherweise meistens auch alle
Beteiligten. Bei nicht eindeutigem Bildbeweis kann man natürlich wiederholen.
Auf jeden Fall haben wir Entwicklungshilfe geleistet und dieses Spiel auch unserem Nachbartisch näherbringen
können, so daß auch von dort heftig geblitzt wurde ;-)

Unsere Alpenrose-Jungfrau Stinki, überkam des Nachts dann ein menschliches Bedürfnis. Zwecks fehlender
Taschenlampe, nur bewaffnet mit seinem leuchtenden Handy, machte er sich auf die Suche nach den
Örtlichkeiten und wollte gerade verzweifeln, als er endlich im Matratzenlager eine Tür nach draussen fand.
Zwar merkte er, daß dies nicht die Toliette war, jedoch stand er ja im Freien auf der Feuertreppe-,
und da kann man sich auch entsprechend erleichtern. Nach verrichteter Dinge ist es aber dann doch nicht so
toll, wenn man mit Unterhose bekleidet im Freien bei ca. 1 vor einer Tür steht, die außen keine Klinke hat!
Als er gerade per Handy bei uns anrufen wollte, wurde er doch noch von einem anderen Mitschläfer im Lager
erhört, der ihm dann von innen die Tür öffnete.
Ja Stinki-, als Empfehlung: Schau doch beim nächsten Mal schon vorher, wo's zum stillen Örtchen geht,
dann wirds auch nicht so kalt.

The day after war dann für einige nicht so toll. Aber so ein kreideweisses Gesicht im Klapphelm macht schon
was her. Die Heimfahrt ging dann auch ziemlich gemächlich los, damit keiner überfordert wurde. Westendorf -
Kirchbichl - und dann von der 171'ger runter und links neben der Autobahn Richtung Kufstein.
Wer noch innerhalb Österreichs tanken will, sollte am letzten Kreisverkehr, vor der Abfahrt Richtung
Ursprungpass (Thiersee) nochmals umkehren. Die Tankstelle in Thiersee wird nämlich erst gebaut.
Diese Verbindung nach Bayrischzell, ist immer wieder ein Erlebnis.
Schon am Anfang der Strecke deutet ein Verkehrsschild, dass laut StVO
eigentlich ein Gefahrzeichen sein soll, mit einem Zusatzschild auf 17km(!) Kurvenspaß hin:
Gefahrzeichen Kurvenreiche Strecke
Da ich meiner Mannschaft zügig vorausgefahren war, wunderte ich mich schon etwas, als plötzlich 3
Scheinwerfer im Rückspiegel agressiv näher kamen. Doch bei näherem hinhören und sehen erkannte ich
3 Duc's, die scheinbar auf ihrer Hausstrecke unterwegs waren.
Einen habe ich vorbei gelassen-, mehr sog i net!
Die Heimfahrt auf deutscher Seite ging dann über Schliersee - Tegernsee - Richtung Peißenberg bis
Schongau. Dort genehmigten wir uns einen Halt beim Altstadt- Italiener. Über die B17 - B2 fuhren wir dann
wieder Richtung Megesheim, dass wir gegen 16.30 Uhr zum Abschlusspils "Am Kiesel Süd" erreichten.

Hier wie immer, die: Beweisbilder! (Fotos: Toni und Djura)

Scout und Tourbericht: Peter Quecke