Herbstausflug?
Das ist doch der Ausflug, bei dem wir "meistens" schönes Wetter haben!

O.K., - meistens!!!
Als Termin des Herbstausfluges 2008 stand schon lange das verlängerte Wochenende um den
3. Oktober (was war da nochmal?), also von Freitag 3.10. bis Sonntag 5.10.08 fest.
Das Ziel war das Lechtal in Österreich, genauergesagt das MoHo (Motorradhotel) Schönauer Hof,
zwischen Schönau und Holzgau, direkt an der 198'er, ca. 50km nach der Grenze Füssen/Reutte.

Da wir schon wussten, dass das Wetter nicht so prickelnd wird, trafen wir uns erst um 9.30
Uhr, bei gemäßigten Temperaturen von gefühlten 10 Grad, Am Kiesel Süd, zur Abfahrt.
Die Teilnehmer der Tour waren (in Fahrt-Reihenfolge der Gruppe):
Scout: Bernd "Ratze" Ratka, Jochen "Müsli" Löfflad, Michael Beck, Rüdiger Schimpp,
Michael Schneid, Stefan Härtle, Josef Hertle, Peter Quecke und Franz Friedel.
Da letztgenannter nicht nur immer als letzter hinterherfährt, sondern zu unserem geplanten
Abfahrtstermin auch erst aus dem Bett gekrabbelt ist, starteten wir so gegen 10.00 Uhr an
der Tanke in Wemding durch. Dort warteten auch Rüdi und Sepp auf uns.

Nach zügiger Fahrt Richtung Augsburg, schlüpften wir kurz vor der B17 dann alle in unsere
Regenklamotten, da es nach anfänglichem Nieseln immer stärker regnete.
Die ursprünglich von Ratze geplante Fahrtroute, mit einigen tollen Streckenabschnitten und
Pässen verwarfen wir dann sehr schnell und nahmen wetterbedingt den direkten Weg zum MoHo.

Als wir nach ca. 240km nach mehreren Aufwärm- und Rauchpausen zur besten Kaffeezeit im
Schönauer Hof ankamen, merkten wir auch sofort, warum dieses Hotel als Motoradhotel auf
diversen Internetseiten ganz oben steht.
In der Tiefgarage in der unsere Moppeds parken durften, waren z.B. Trockenschränke für die
nassen Klamotten und eine kleine Schrauberecke mit Motorradhebebühne vorhanden.
Für die nassen Schuhe und Handschuhe stand außerdem ein separater Trockenraum im Keller des
Hotels zur Verfügung. Die wohligen Temperaturen im Eingangsbereich und am Check-In, tauten
die gefrorenen "Glieder" wieder sehr schnell auf. Da der Chef Kai, nebst Gattin Elke selbst
Motorrad fahren, haben Sie den Schönauer Hof in den 90'gern komplett zum MoHo ausgebaut.

Weil meine VTR auf den letzten Kilometern teilweise nur noch auf einem Haxn lief, wurde es
mir persönlich aber schon vorher warm. Scheinbar kapitulierte der Zündkerzenstecker des
vorderen Zylinders angesichts der Wassermassen, die auf ihn einprasselten. Manchmal sprechen
wir ja von einem tollen "Ritt", nach einer besonders erwähnenswerten Fahrt,- aber dieser Ritt
war eher mit dem Einreiten eines Wildpferdes vergleichbar. Franzl, mein hinterer Flügelmann
nahm gleich 100 Meter Abstand, weil ihm die Fehlzündungen und das Gezuckel auf den Geist
gingen. Als Mensch und Maschine trocken- gelegt waren, konnte das Problem dann auch in der
Schrauberecke des Hotels behoben werden.

Zum angenehmen Aufenthalt im Hotel trugen der Begrüssungsschnaps, das 4-Gänge Menü, der
Wellnessbereich mit Sauna und das Motorradspezifische Umfeld bei.
Dies alles ist ebenso in der Halbpension inbegriffen, wie auch ein Heißgetränk zwischen
16 und 18.00 Uhr, sowie eine 1:200.000 Tourenkarte pro Nase. Alles weitere zum Hotel findet
ihr auch unter: www.bike-tours.at

Es ist halt doch was anderes, ob man mit Pauschaltouristen und Rentnern, oder nur mit
gleichgesinnten Motorradfahrern untergebracht ist. Da wurde uns auch der Samstag nicht
langweilig, obwohl an Motorradfahren bei Eisglätte und Schneefall, nicht zu denken war.
Der gemeine Motorradfahrer vertreibt sich die Zeit dann halt mit ausgedehntem Frühschoppen
(gell Müsli), bzw. mit üppig vorhandener Motorradlektüre und Tourenmaterial, um dann Abends
den Tag im "Pub a la Pub",- der Hotelkellerbar, ausklingen zu lassen.

Die zuerst geplante Heimroute für den Sonntag, haben wir auch wieder verworfen, da es in den
schattigen Ecken doch noch immer sehr glatt war. Wir beschlossen daher wieder den direkten
Weg Richtung Reutte und Füssen zu nehmen. Unsere "Outsiders" (Ratze, Rüdi und Michi) waren
noch mit Schlafsack, Isomatte und den nötigen Urlaubstagen ausgestattet, und wollten über
das Namlostal dann wieder Richtung Süden abbiegen, um wärmere Gefilde jenseits der Alpen
zu suchen. Als es bei Stanzach ans Abbiegen ins Namlostal ging, sollte ich ja dann unsere
Gruppe Richtung Heimat "scouten". Aufgrund des immer besser werdenden Straßenzustandes ent-
schloss ich mich dann doch (entgegen der Absprachen) zur Mitfahrt durchs Namlostal Richtung
Berwang und Bichlbach. Michael fuhr als einziger geradeaus weiter, da er zum Fussballspielen zu
Hause sein musste. Auf der Passhöhe konnte ich dann fast die Flüche der anderen ahnen, da die
Straße teilweise richtig im Rauhreif glänzte. Hier hatte jeder genug zu tun um seine Maschine nicht
wegzuschmeißen und ich war froh als da alle heil durchwaren. Nicht auszudenken, was die mit mir
gemacht hätten, wenn das schief gegangen wäre...

In Bichlbach an der Tanke haben wir uns dann von Ratze, Rüdi und Michi verabschiedet
(deren Bericht findet ihr weiter unten)
und sind Richtung Germany durchgestartet. Weil die Reifen auf so einem Ausflug ja auch an
den Flanken etwas Profil verlieren sollten, sind wir von Füssen aus Richtung Marktoberdorf
und dann über kurvenreiches Hinterland nach Langweid gefahren. Über B17 und B2 gings dann
wieder schnurstracks Richtung Zwiebelrostbraten beim Trolli. Wir waren so früh dran, das
Steffi und ich sogar noch Michaels Anschlusstreffer zum 1:2 (1:3) beim Spiel Megesheim
gegen Munzingen live sehen konnten.
(QuPe)


Scouts: Bernd und Peter
Tourbericht: Peter

Unsere Weiterfahrt Sonntag-Montag ( von Bernd Ratka):

Nach unserer gemeinsammen Fahrt gab es noch eine Tasse Kaffee in Bichelbach.
Wir drei Rüdiger, Michael und Bernd (ich) entschieden uns für die Route Röschenpass- Meran-
Itrosee. Lieber wären wir über das Timmelsjoch, dies war aber wegen Schneefalls gesperrt.
Bei blauem Himmel ging’s los zum Fernpaß Richtung Imst. Kurz vor Landeck sah ich in einer
Wiese was liegen, dass da wohl so nicht hingehört. Eine BMW 1200 GS. Wir drei drehten
um und haben gefragt ob wir helfen können und was denn passiert ist. Das stand Frank,
der mit seiner Frau Corinna in Landeck zum Motorradurlaub war. Sie hatten sich im Hotel
Leihmaschinen genommen und eine Ausfahrt gemacht, die in dieser Kurve für Corinna zu
Ende war. Sie ist von der Straße abgekommen und glücklicherweise direkt in einen Misthaufen
gerutscht, der den Sturz abgefangen hat, - trotzdem war sie aber bereits mit dem Sanka ins
Krankenhaus unterwegs.
Die BMW rutschte beim Unfall weiter den Abhang runter und war Schrott. Frank, Rüdiger,
Michael und ich sind dann runter und haben sie gemeinsam nach oben gezerrt. Oben
angekommen war auch schon der Hotelchef vor Ort und wir verfrachteten die Maschine in den
Lieferwagen. Am Hotel in Landeck genossen wir gerade unsere Einladung zum Kaffee, als
Corinna auch schon wieder vom Krankenhaus kam. Ihr war bis aus eine kleine Platzwunde
am Kinn nichts weiter passiert. Die beiden bedankten sich nochmals recht herzlich für unsere
Hilfe, dann ging es für uns über den Röschenpaß in Richtung Meran weiter. Es war ein irrer
Verkehr an dem wir jedoch zügig vorbeikamen. Unterhalb vom Gampenjoch wurde wieder mal
eine geraucht und die Uhr zeigte schon 16.30.Jetzt aber flott damit wir unser Ziel (Itrosee)
erreichen bevor es noch kälter wird. Nur noch schnell über den Paß Campo und schon kam
der Itrosee. Wie jedes Jahr kurze Einkehr in die Pizza, - ein beliebter Treff für Motorradfahrer
und dann noch einmal aufsitzen und ab zu unserem Schlafplatz. Da wir schon mal vor Ort waren,
wussten wir auch eine Holzhütte zum campieren.

Es war schweinekalt also Schlafsack und Isomatte abgeschnallt und ablegen.
Von wegen, - wir bekamen Besuch von zwei Polizeiautos mit insgesamt 4 Carabinieri.
Die Herren schauten nicht gerade freundlich und waren auch bis an die Zähne bewaffnet.
Jetzt ging es los und einer sagte: „Passport“, - soviel haben wir noch verstanden. Jeder
seinen Ausweiß raus, Polizist einkassiert damit zum Auto und im Computer geschaut ob wir
vielleicht Schwerverbrecher auf der Flucht sind. Der andere zog seine Taschenlampe und filzte
unsere Maschinen. Jetzt hieß es Koffer auf und Gepäck sehen lassen. Sie wollten wissen was
wir hier machen, - schlafen natürlich. Nach unserem Ziel gefragt antwortete Rüdiger:
"Lemone am Gardasee" . Da wollten sie natürlich wissen, weshalb wir nicht direkt dorthin fahren,
es wäre ja nicht mehr weit, - so der Polizist. Weil wir drei die Schnauze voll hatten und nur noch
ans schlafen dachten, zigen wir den Trumpf "nix verstehen". Darauf verschwanden die 4 Herren
dann auch. Endlich Ruhe! Nach einer kalten Nacht beschlossen wir am Montagmorgen ein Zimmer
nehmen zu wollen. Gepäck aufgeladen und ab zum Gardasee. Unser Weg führte uns vom Itrosee
über Valestino am Stausee vorbei, da funkelte in der Sonne der Gardasee. Bei Oldesio gab’s erst
mal ein gutes Frühstück auf der Sonnenterasse. Gut gestärkt fuhren wir nach Lemone direkt zur
Pension Silvana. Die haben wir auch schon letztes Jahr entdeckt: Preis-Leistung ok.
Wir nahmen uns ein Dreibettzimmer und zogen nochmals mit den Motorrädern los. Es ging nach
Riva-Mori dann rechts weg in das Monte Baldo Gebirge. Bevor wir den Bocca di Navene anfuhren,
zeigten unsere Navis zwei Wege. Rüdigers zeigte eine befestigte Route und meins eine
Schotterstraße. Rüdiger, Michael und ich entschieden uns für Schotter ;-)

Von oben hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Gardasee. Es ging durch eine tolle Gegend
mit kurvenreichen Straßen nach Caprino Veronese. Nach Lumini-Prada-Brenzone wurden die Straßen
immer schmaler. Zurück am Gardasee fuhren wir über Malcesine-Riva-Limone.
Nach dem Frischmachen in der Pension ging es ab zu Fuß in die sehr schöne Altstadt.
Wir haben gemütlich gespeist und uns später noch einen Drink in einer Bar gegönnt. Tags drauf
nach unserem Frühstück genossen wir noch kurz auf der Terasse bevor wir Richtung Valstino
aufbrachen. Die schönere Strecke dorthin ist die vom Gardasee zum Itrosee. Von Itro ging es dann
durch Wälder und enge Straßen. Es lagen überall Maronen (Eßkastanien) auf der Straße. Wir
sammelten einige auf und fuhren erst zum Passo di Termine weiter, als unsere Taschen gefüllt
waren. Eine geteerte aber anspruchsvolle Straße führte hinauf zum Giogo di Bala (2162m).

Dort oben entdeckte Michael mit seiner Kamera eine Radarstation die wir dann auch direkt anfuhren.
Die Anlage war nur von Ziegen besiedelt und nicht abgesperrt. Nach kurzer Besichtigung viel uns ein
einheimischer Motorradfahrer auf. Immer gut, dachten wir uns, - die kennen ihre Wege. Also nahmen
wir die Verfolgung auf. Es kam ein kurzes Stück Schotter und danach eine nagelneu geteerte Straße.
Anschließend leichtes bergab, in der zweiten Kehre lag dann Schnee. Die Sonne kommt halt nicht in
jedes Eck, also fuhren wir langsam über das Schneefeld und erreichten nach ca. 500m wieder
Schotter. Als uns ein Baustellen LKW entgegen kam, nahmen wir die Spur die er in den Weg zog
gerne an. Hinein gings in den Schotter mit einigen Pfützen und mit ca.80 Sachen, - doch
das hielt nicht lange an. Um denn Bergkamm herum ging es steil bergab. SCHOCK Schlamm,
Schneematsch und Geröll. Wir natürlich voll durch. Ja wir geben es zu, - wir sind Schweine.
Am Passo di Croce Domini schlürften wir Capuccino. Unsere Motorräder sahen aus wie wir.
SAUMÄSSIG. Zurück an unserer Pension wurden vor der Eingangstür die Stiefel vorsichtig
ausgezogen. Dann schnell in die Dusche und ab zum Essen. Heute gab es Pasta, Pizza und Wein.
Auf dem Rückweg natürlich noch einen Absacker. Wir bestellten uns wie am Vorabend Whisky
und Bacardi, jedoch mehr Schnaps als Cola. Am Morgen dann nach dem Frühstück, Zimmer bezahlt
und ab über Arco- Trento- Bozen- Meran- Timmelsjoch usw. Richtung Heimat auf einen Abstecher
zum Motorradkeller. Peter hatte schon auf uns gewartet und nach einem Fruchtzwerg gings dann
auch nach Hause.
(Ratze)

Scout und Tourbericht: Bernd "Ratze" Ratka

Hier gibt es wie immer die: Beweisbilder