3 - Tagestour Dolomiten, oder:
"Ein Herbstausflug anderer Art, - mit Schlafsack und Isomatte ab ins Blaue!"

1. Tag: Am Samstag morgen um 7 Uhr sind wir (Michael, Rüdiger und Bernd [das bin ich]),
in Oettingen gestartet. Eigentlich wollten wir ja zu sechst fahren, doch den anderen drei
fiel dann ein, daß sie noch den Balkon richten mussten, bzw. der Vorderreifen abgefahren
war oder dass sie sich nicht zwischen grün und schwarz entscheiden konnten ;-)
Wir sind dann schließlich zu dritt, bei sehr durchwachsenem Wetter, in Richtung
Augsburg losgefahren, um erst mal bei Mc Donalds gut bürgerlich zu frühstücken.
Danach setzten wir uns auf unsere Maschinen und fuhren Richtung Landsberg-Füssen
der Sonne entgegen. Die Straßen schienen fast uns alleine zu gehören und bei
bestem Wetter überquerten wir unseren 1. Pass, den Fernpass (1216m) Richtung Imst.
Im Ötztal war keine Rennleitung anwesend und wir konnten bei traumhaften Wetter- und
Straßenverhältnissen die nächsten Pässe in Angriff nehmen: Jetzt ging es in die Höhe,
zum 2. Pass, dem Timmelsjoch (2474m). Auf der italienischen Seite angekommen,
gönnten wir uns erst mal auf der Sonnenterasse einen Cappuchino, bevor wir dann über
den 3. und 4. Pass, den Jaufenpass (2094m), sowie das Penserjoch (2214m), Bozen
ansteuerten. Dort kamen wir am späten Nachmittag bei sage und schreibe 24 und
Sonne pur an. Mein Navi (das braucht übrigens noch einen Namen, so wie Thomas' Uschi!)
führte uns weiter Richtung Karerpass. Kurz vor diesem Pass entdeckten wir schließlich unser
Nachtquartier, ein uraltes, verlassenes Sägewerk. Für ein Dach über dem Kopf war also
gesorgt, jetzt ging es um unser leibliches Wohl. Wir stiegen wieder auf unsere Maschinen,
um die Motoren dann aber gleich wieder in 200m von unserem Nachtlager entfernt
abzustellen, denn dort befand sich ein Gasthaus, in dem wir uns einen Grillteller, Spaghetti
und Pilznockl gönnten. Als Nachttrunk namen wir uns dann noch 2 Liter Rotwein mit ins
Sägewerk, die jedoch Ruck-Zuck leer waren,- wahrscheinlich hatten die Flaschen Löcher!
Ich bin dann zu Fuß zurück ins Gasthaus (immerhin 200m) um nochmal Nachschub, in Form
einer weiteren Literflasche Wein zu holen. Doch auch diese Flasche war scheinbar defekt,
denn die war noch schneller leer als die ersten! Jetzt war Michael an der Reihe. Eine gute
halbe Stunde später wunderten wir uns allerdings wo er denn so lange bleibt? Schließlich
beschlossen Rüdiger und ich, der Sache auf den Grund zu gehen. Kaum in der Wirtschaft
angekommen, sahen wir dann unseren Kumpel, am Stammtisch in einer lustigen Runde
mit Einheimischen sitzend. Wir gesellten uns natürlich dazu und wieder musste eine weitere
Flasche Rotwein dran glauben. Wahrscheinlich hätten wir noch länger ausgehalten, aber um
0:30 Uhr meinte die Wirtin dann wohl, dass es Zeit wäre Feierabend zu machen. So trollten
wir uns Richtung Schlafgemach, zum Sägewerk zurück.

2. Tag: An diesem Morgen war der Wunsch nach Aspirin vorherrschend,- "seid doch mal leise,
mein Kopf, warum ist das alles so laut hier", aber das kennt man ja. Mit einer Stunde Bonus
(Sommerzeitende), packten wir dann um ca. 7:00 Uhr unsere Sachen und fuhren die 200m,
bis zum Gasthaus, um dort zu frühstücken. Gestärkt und bei Sonne pur, gingen wir so die
Pässe Nummer 5 bis 14 an. Über den Karerpass (1745m), Rollenpass (1970m),
Pass di Cereda (1369m), Pass di Aurine (1299m), Pass di Duran (1601m),
Pass Staulanza (1773m), Pass di Giau (2233m), Pass di Falzarego (2105m),
Pass Pordoi (2239m), ging es wieder zum Karerpass (1745m) zurück. Dazwischen gönnten
wir uns natürlich wieder ein Käffchen. Am späten Nachmittag erreichten wir Bozen und mussten
feststellen, daß dort am Sonntag die Tankstellen alle geschlossen haben. Nach langer Suche
und mit sehr trockenem Tank, fanden wir schließlich eine Automatentankstelle und konnten
unsere Maschinen wieder mit Treibstoff versorgen. Nun machten wir uns auf den Weg, Richtung
Mendelpass und entdeckten auch hier wieder, am Waldrand von Appiano, ein geeignetes
Nachtquartier. In einer Hütte, die zu einem Eisstockplatz gehörte, richteten wir unser Nachtlager
ein. Abends gab's dann noch eine Pizza, ehe wir uns zeitig, um 20:00 Uhr, schlafen legten.

3. Tag: Um ca. 4:00 Uhr rauchten Rüdiger und ich erst mal gemütlich zwei, drei Zigarretten.
Michael war auch schon wach, doch wir hauten uns alle nochmal für ca. 2 Stunden aufs Ohr.
Ein grandioser Sonnenaufgang lachte uns an diesem Montag morgen an. Wir packten alles
zusammen und nahmen die Pässe Nummer 15. Mendelpass (1363m), sowie das Gampenjoch
(1512m) unter die Räder, ehe wir uns wieder einem sehr reichhaltigen Frühstück widmeten.
Nach dem Frühstück fuhren wir weiter Richtung Meran und erreichten schließlich als 17. Pass
wieder das Timmelsjoch (2474m), wo wir uns wieder, wie auch schon auf der Herfahrt, einen
Cappuchino auf der Sonnenterasse genehmigten.
Zurück gings dann wieder über das nunmehr sehr frische Ötztal und den Fernpass (1216m)
als den 18. und letzten Pass dieser Ausfahrt. Da Michaels Frau kurz vor der Entbindung stand
und er natürlich immer telefonischen Kontakt zur Heimat hatte, machte er uns klar, dass wir die
Heimfahrt über Füssen, Landsberg und Augsburg wohl etwas beschleunigter angehen müssten.
Nach kurzer Erkundung, über "das Wetter" zu Hause, blieb dann aber auch noch ihm Zeit, zur
gemeinsamen, abschließenden Einkehr beim Trollmann in Megesheim.
Hier das Beweismaterial der Tour, in Bildern

Fazit dieser Ausfahrt: Ein einmaliges Erlebnis, mit Suchtfaktor!

Scout und Tourbericht : Bernd Ratka

Wir wollen an dieser Stelle natürlich nicht versäumen, Heidi und Michael zur Geburt ihres zweiten
Kindes "Florian" zu gratulieren. Das nennt man Timing Michael,- am Montag noch mit'm Mopped
in den Bergen und am Dienstag Früh, bei der Geburt seines Wonneproppen live dabei.
Dass das mal nicht zur Gewohnheit wird! ;-)